Presse2023-01-09T17:52:43+01:00

mono Listening Café | BoDo Straßenmagazin

Den Plattenladen Black Plastic gibt es seit 2012 in Dortmund, 2019 kam eine Filiale in Bremen dazu. Im vergangenen Jahr zog der Laden in die Räume einer ehemaligen Videothek, gleich gegenüber auf der Rheinischen Straße. Weil viel mehr Platz ist, kommt hier auch das Mono Listening Café unter.

Inhaber Valentin Gube ist fasziniert von japanischen Jazz-Cafés: „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben amerikanische Soldaten Jazz-Platten mit nach Japan gebracht und damit die Kultur der Jazz-Kisa begründet. Das sind kleine Cafè-Bars, in denen meist Jazz gespielt wird, und so ist eine ganz eigene Jazz-Café-Kultur entstanden, die von Japan aus in die ganze Welt fließt – aber mit amerikanischer Musik. Ich finde, das ist irgendwie ein witziger, globaler Zusammenhang“, grinst Valentin. Heute gibt es 600 Kisa-Cafés in Japan, 100 allein in Tokio. Kisa ist das japanische Wort für Kaffee.

Valentin erzählt weiter: „Zu uns kommen oft Besucher-Trios. Oft interessiert sich einer extrem für Vinyl und die anderen beiden nicht. Die können dann 10 Minuten auf ihr Handy starren, aber dann werden sie ungeduldig. Und jetzt können sie vorne im Café sitzen.“ Denn das ist etwas, das Plattenläden in der Regel nicht bieten können: Aufenthaltsqualität. Die meisten sind zu klein, das kennt auch Valentin: „Wir hatten nicht mal Platz für ein Zweiersofa für Gäste, und das wollte ich unbedingt ändern.“

Im Eingangsbereich gibt es sogar ein Regal mit Kinderbüchern, damit auch die Kleinsten Unterhaltung finden. Valentin erklärt: „Es ist sozusagen unser Vorteil, dass wir als Neugastronomen nicht vom Café leben müssen. Das wäre auch gar nicht möglich, ehrlich gesagt. Aber ich bin froh, dass wir es haben und so unser Angebot sinnvoll erweitern können.“ Neben einem ausgewählten Kaffee- und Kuchenangebot will das Mono Listening Café kleine Konzerte und Lesungen anbieten, auch Ausstellungen mit bildenden Künstlern und Fotografen sind für das Frühjahr geplant: „Ich freue mich, wenn wir den Vibe auf der Rheinischen Straße ein wenig bunter gestalten können.“

Musik nonstop

Direkt am Tresen des Mono stehen wie in einer Clubdisco zwei DJ-Plattenspieler und ein professionelles Mischpult, dazu kommt ein Mono-Plattenspieler: „Solche Plattenspieler wurden vor allem im Jazz-Bereich in den 50er und 60er Jahren eingesetzt, gerade Jazz-Labels wie das legendäre ‚Blue Note‘-Label haben darauf geschworen“, erklärt Valentin.

Dazu gibt es im Thekenbereich eine große Auswahl an Platten, die hier für die musikalische Hintergrundbeschallung sorgen. „Natürlich geben wir gerne Tipps, aber es ist klar, dass eine Stadt wie Dortmund in den Genres Punk, Heavy Metal und Hip-Hop besonders groß ist“, sagt Valentin.

Gibt es für ihn als Plattenladen-Chef auch Sachen, die er nicht im Repertoire hat? „Von den Böhsen Onkelz wird man bei uns nichts finden und Musik mit rechtem Gedankengut sowieso nicht. Seit der unappetitlichen Sex-Affäre um Sänger Till Lindemann haben wir auch Rammstein aus unseren Läden verbannt.“

Valentin hat ein Herz für viele Genres, hier seine All-time-favourites:

  • John Coltrane: Blue Train (1958)
  • Alton Ellis: Sings Rock And Soul (1967)
  • Terry Callier: The New Folk Sound of Terry Callier (1968)
  • King Crimson: In The Court Of The Crimson King (1969)
  • Roni Size: New Forms (1997)

Von Peter Hesse
Fotos: Daniel Sadrowski

Aus Liebe zum schwarzen Plastik

Die Bremer Marc Braun und Guido Gulbins eröffnen am Dobben den Plattenladen Black Plastic. Wir haben mit ihnen über die Gründe gesprochen. Das Viertel ohne einen reinen Plattenladen – damit konnten sie sich nicht abfinden. Marc Braun und Guido Gulbins wollten nicht darauf verzichten: auf das Stöbern, Diskutieren, auf den Austausch mit anderen Musiknerds. Nachdem mit dem Plattenladen Ear im Januar eine Institution im Steintor seine Türen geschlossen hatte, entstand ein Vakuum in der östlichen Vorstadt. Vinyl, das schwarze Gold, bestimmt das Leben der beiden Männer. Deswegen ließ sie der Gedanke, einen eigenen Laden aufzumachen, nicht los.

Viele Plattenläden waren zum Museum verkommen

Wie sich Schallplattenläden und das Kaufverhalten der Kunden seit dem Vinyl-Boom verändern, darüber spricht Dash / Steffen Korthals mit Valentin Gube, dem Macher von “Blackplastic” in Dortmund.
In unmittelbarer des Dortmunder U und des Kreativmeile gehypten Dortmunder Unionviertels an der Rheinischen Straße findet sich an der Hausnummer 31 in einem ehemaligen Friseursalon das Vinyl-Paradies “Blackplastic. Der Laden ist bei den Musikliebhabern mittlerweile etabliert für rare Stücke und intime Konzerte. Seit dem Sommer 2015 wird das Kleinod alleine von Valentin Gube als Geschäftsführer gepflegt. Der hat seine eigene Meinung zu Plattenläden und strukturiert neu.

Vom Trödelmarkt zum angesagten Plattenladen in Dortmund

Dass Lukas Hergartens Karriere als Plattenhändler auf Trödelmärkten begann, ist unschwer an den Umzugskisten zu erkennen, die sich auch in seinem Dortmunder Plattenladen “Black Plastic” auf Tischen aneinanderreihen – vollgepackt mit dem inzwischen wieder schwer angesagten Vinyl quer durch die Genres Rock, Pop, Jazz. Geschäft startete mit Plattensammlung. Dabei hat sich Hergartens Spezialisierung auf den Handel mit gebrauchten Schallplatten erst nach und nach entwickelt. Angefangen mit einer Plattensammlung, die er zum Trödeln ankaufte, kamen immer mehr Platten hinzu, bis er schließlich gezielt nur noch nach gebrauchten Platten suchte. „Irgendwann habe ich nach neuen Möglichkeiten gesucht, mit Platten zu handeln und dann zufällig unser erstes Ladenlokal entdeckt.“

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